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Eine Chance glücklich schwanger zu werden

Neue Erkenntnisse in der Kinderwunsch-Medizin bei verlangsamter oder scheinbar arretierter Embryo-Entwicklung

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Symbolbild | Foto: Shutterstock

Ein Embryo, der aus medizinischer Sicht nicht oder zu langsam heranwächst und aus diesem Grund in der Regel nicht transferiert wird, kann sich durchaus zur Blastozyste und danach zu einem gesunden Kind entwickeln. Diese Chance für betroffene Wunscheltern individuell zu erhöhen, ist unser Ziel.

Dabei kann die Weiterkultivierung des scheinbar in der Entwicklung arretierten Embryos im IVF-Labor bis zum Tag 6 eine Option sein, um das entsprechende Entwicklungsstadium (Blastozyste) zu erreichen, wie unsere aktuelle Fall-Analyse zeigt.


Chancen bei verlangsamter Embryo-Entwicklung oder bei scheinbarem Entwicklungsstopp
Schon seit knapp 2 Jahrzehnten ist bekannt und wissenschaftlich zahlreich belegt, dass der Transfer von Embryonen im Blastozystenstadium, die Chancen auf eine Schwangerschaft wesentlich erhöht (Lesen Sie dazu gerne auch unseren Blogbeitrag „Blastozystenkultur – Wie Behandlungsmethoden Kinderwünsche erfüllen“).
Selbst bei besten Kulturbedingungen im IVF-Labor, gibt es Situationen, in denen eine verzögerte Embryo-Entwicklung (z.B: Embryo im kompaktierten Stadium, Morula, frühe Blastozyste) oder ein scheinbarer Entwicklungsstopp festgestellt wird, oft auch in wiederholten Stimulationszyklen. Wie sehen also die Chancen aus, mit diesen Embryonen schwanger zu werden?

Dazu haben wir in den IVF Zentren Prof. Zech eine große interne Analyse durchgeführt. Insgesamt wurde nach 401 Transfers dieser Embryonen mit primär verlangsamter Entwicklung eine Schwangerschaftsrate von 8% erreicht, 18 gesunde Kinder wurden geboren. Obwohl diese Erfolgsrate niedrig erscheint, stellt sie mit großer Wahrscheinlichkeit die einzige Chance für die betroffenen Paare dar, ein eigenes Kind zu bekommen und sollte daher auf jeden Fall genutzt werden.

Erfolge bei Embryo-Kultur bis Tag 6 in Kryo-Zyklus
Hinsichtlich einer verlangsamten / scheinbar arretierten Embryo-Entwicklung am Tag 5 sehen wir die Möglichkeit, die Embryonen einen weiteren Tag im Kulturmedium zu belassen, und, sofern eine Blastozysten-Entwicklung stattfindet, diese einzufrieren. Da die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bereit für eine Implantation ist, werden die tiefgefrorenen Blastozysten in einem nachfolgenden Kryo-Zyklus transferiert.

Die Ergebnisse einer vorläufigen Auswertung von 29 Zyklen:

  • Frisch-Transfers dieser Embryonen mit primär verlangsamter Entwicklung:
    Schwangerschaftsrate 25%, Geburtenrate 7%
  • Kryo-Transfers dieser Embryonen, mit am 6. Tag kryokonservierten Blastozysten: Schwangerschaftsrate 48%, Geburtenrate 34%


Alle Embryonen weiter kultivieren
Mit dieser Erkenntnis sind wir dazu übergegangen, ALLE Embryonen, die am Tag 5 noch nicht das Blastozystenstadium erreicht haben oder sich in der Entwicklung scheinbar arretiert zeigen, weiter in der Embryonenkultur zu belassen und gegebenenfalls am 6. oder 7. Tag einzufrieren.
Die aufgezeigten Ergebnisse sollen außerdem ein Bewusstsein dafür schaffen, dass das Verwerfen von Embryonen alleine aufgrund einer morphologischen Ist-Zustands-Analyse und der damit verbundenen Einreihung in nicht „lebensfähiger Embryo“ am Tag 5, auch angesichts der Möglichkeiten modernster Tiefgefriertechniken (erfahren Sie mehr darüber im Beitrag “Vitrifikation – mit sicherer Technik zum Wunschkind”), kein zielführender Ansatz ist.
Denn wir streben danach, mit wissenschaftlichem und persönlichem Engagement, Behandlungsmethoden im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen weiterzuentwickeln und dadurch die Chancen auf das langersehnte Elternglück für ALL unsere Paare zu erhöhen.


Links:
» Warum sich ein Embryo nicht einnistet – Mögliche Ursachen und Therapien

(Themen-Special | http://www.kinderwunsch-blog.com)

» Home

(Startseite | http://www.kinderwunsch-blog.com)


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