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Wenn eine Schwangerschaft ausbleibt oder gar tragisch endet…

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Symbolbild | Foto: Shutterstock

…wird nach den Ursachen dafür gesucht. Besonders belastend ist es für Paare, deren Kinderwunsch nach mehreren Behandlungen unerfüllt blieb, oder wenn Schwangerschaften wiederholt mit einer Fehlgeburt endeten. Weltweit arbeiten Experten fieberhaft daran, die Gründe für Fehlgeburten und für das Ausbleiben einer Einnistung des Embryos zu erforschen, um in Folge gezielt therapieren zu können.

Viele Erkrankungen in der Schwangerschaft werden als Störungen der Gefäßversorgung im Körper interpretiert und als leichte Form eines sogenannten thrombo-embolischen Geschehens angesehen, sprich, als eine Situation, bei der sich ein Blutgerinnsel im Gefäß bildet (betrifft ca. 30% der Fälle). Daher ist es wichtig die Auswirkungen angeborener oder erworbener Gerinnungsstörungen in der menschlichen Fortpflanzung zu erkennen und zu behandeln.

Bei angeborenen Gerinnungsstörungen können Fehlgeburten dadurch erklärt werden, dass Thrombosen der Plazenta-Gefäße zu Infarkten der Plazenta und somit zu einer Unterversorgung des Embryos führen. Über die Plazenta, auch Mutterkuchen genannt, erhält der Embryo Nährstoffe und Sauerstoff. Weil Schwangerschaftskomplikationen aber auch ohne Plazentainfarkte auftreten, muss es auch andere Ursachen geben, wie z.B. Gefäßschäden.

Wiederholte Fehlgeburten: Über ein Drittel ohne erkennbaren Grund

Beim Begriff “wiederholte Fehlgeburten” ist schon die Definition (manchmal werden 2, dann wieder 3 Fehlgeburten hintereinander so bezeichnet) nicht einheitlich und daher sind verschiedene Studien-Ergebnisse im Zusammenhang mit Gerinnungsveränderungen schwer vergleichbar. Bekannt ist aber, dass trotz genauer Abklärung (hormonell, genetisch, gynäkologisch) ungefähr 30-40% der wiederholten Fehlgeburten ungeklärt bleiben und so große Unsicherheit und Sorge bei den betroffenen Frauen verursachen. Umso wichtiger ist der hundertprozentige Einsatz der IVF-Experten, die Ursachen für wiederholte Aborte möglichst lückenlos zu erforschen. Dies ist aber leider nicht so einfach.

Besonders für die häufigsten Mutationen der Blutgerinnung, die Faktoren V und II (beschreiben das meist verbreitete erblich bedingte Risiko an einer Thrombose zu erkranken) sind die Aussagen, was ihre Bedeutung bei wiederholten Fehlgeburten angeht, widersprüchlich. Einmal wird mit der Mutation ein doppelt so hohes Auftreten von Fehlgeburten verglichen zum Fehlen der Mutation beschrieben. Eine andere Untersuchung kommt zum Ergebnis, dass manche, aber nicht alle Gerinnungsstörungen mit Fehlgeburten im Zusammenhang stehen. Außerdem zeigen bestimmte Analysen, dass es Unterschiede in den Schwangerschaftsstadien gibt. So sind in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten die Gründe Faktor II, V und eine Protein-C Resistenz, bei später auftretenden Fehlgeburten soll dagegen Faktor II, V und ein Protein S Mangel von Bedeutung sein. Bei einer anderen Mutation, welche mit dem Homocystein-Stoffwechsel zusammenhängt (MTHFR Mutation), wurde sogar überhaupt kein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten gesehen.

Aspirin-Therapie als Prophylaxe?

Was die therapeutischen Möglichkeiten zur Vermeidung von Fehlgeburten anbelangt, die ohne erkennbaren Grund aufgetreten sind, könnte sowohl die Kombination von Aspirin und niedermolekularem Heparin (NMH), als auch Aspirin allein die Chance auf eine Lebendgeburt erhöhen. Die britische Gesellschaft für Standards in der Hämatologie betont dabei aber, dass eine Behandlung in der Schwangerschaft mit diesen Medikamenten immer noch “experimentell” ist, solange nicht alle Faktoren, welche Fehlgeburten verursachen können, bekannt sind.
Experten weisen darauf hin, dass derzeit KEINE routinemäßige Verabreichung von Heparin und Aspirin bei Schwangeren zur Vermeidung einer Fehlgeburt erfolgen sollte, aber eine Thromboseprophylaxe vor allem um den Zeitpunkt der Geburt bei diesen Frauen sinnvoll ist. (Kuperman u. Mitarb., Women`s Health, 2011;7:545-553)

Einnistungsprobleme durch Gerinnungsstörungen

Wenn mehrere Versuche einer künstlichen Befruchtung nicht zur Einnistung (Implantation) des Embryos in der Gebärmutter führen, dann wird dies von Medizinern als Implantations-Versagen bezeichnet. Die Ursachen dafür sind vielfältig, auch Gerinnungsstörungen scheinen immer häufiger bei betroffenen Frauen in Diskussion zu stehen. Daher sollten die Untersuchungen auch Analysen über möglichen Gerinnungsveränderungen (Antiphospholipid Syndrom, Faktor V und II Mutation, MTHFR Mutation) beinhalten. Heparin und Aspirin scheinen auch hier einen möglichen positiven Einfluss auf den Schwangerschafts-Erfolg zu haben.

Zusammenfassend haben also sowohl die Abklärung von Gerinnungsstörungen, als auch deren Behandlung bei wiederholten Fehlgeburten und dem Ausbleiben einer Einnistung nach mehreren Versuchen einer künstlichen Befruchtung, eine Berechtigung.
Der generelle Einsatz einer Heparin und Aspirin-Therapie ist allerdings weiterhin experimentell und bisher noch nicht ausreichend mit wissenschaftlichen Daten untermauert, und sollte daher vermieden werden.


Links:
» Warum sich ein Embryo nicht einnistet – Mögliche Ursachen und Therapien

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